Aufräumen, das aus dem Ruder lief

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Frühjahrsputz im Theme: Wie aus einer chaotischen function.php und jahrelangem Ärger mit der WordPress-Navigation das bewusst minimalistische Plugin Vertical Sidebar Navigation entstand.

Es ist Frühling, also räume ich auf. Jedes Jahr derselbe Vorsatz, jedes Jahr dieselbe function.php, die aussieht wie ein Estrich nach zwanzig Jahren. Irgendwo zwischen fünf Zeilen, von denen ich nicht mehr weiss, wofür sie je gut waren, und einem JavaScript-Schnipsel ohne einen einzigen Kommentar frage ich mich, wer das verbrochen hat. Die Antwort ist unbequem. Ich war das.

Das eigentliche Problem heisst Navigation. WordPress baut seit Jahren daran herum, und seit Jahren trifft es meine Bedürfnisse nicht. Bevor ich mich beschwere: Vielleicht liegt es nicht an WordPress. Vielleicht habe ich einfach seltsame Bedürfnisse. Eine horizontale Leiste reicht für ein Portfolio. Sobald aber eine Dokumentation oder ein Lehrangebot dazukommt, will ich eine vertikale, klar strukturierte Sidebar. Mit Bordmitteln bekomme ich das nicht hin, ohne mich zu ärgern.

Also habe ich vor Jahren ein bisschen JavaScript geschrieben und es, natürlich, direkt ins Theme geklatscht. Schnell, schmutzig, erledigt. Bis das Theme gewechselt werden sollte und prompt gar nichts mehr funktionierte. Dass das passieren würde, war absehbar. Ich habe es trotzdem so gemacht.

Der Anlass, es endlich richtig zu tun, kam von aussen. Das Training-Dach-Team beschloss, ein Handbuch zu brauchen, und plötzlich war meine private Macke ein Gemeinschaftsproblem. Klingt nach fünf Minuten Arbeit. Wurde zu Monaten.

Herausgekommen ist Vertical Sidebar Navigation. Bewusst langweilig gehalten. Kein eigener Block, keine neuen Schalter im Editor, nur ein Block-Stil auf dem bestehenden Navigations-Block. Du baust dein Menü wie immer und wählst den Stil aus. Das ist die ganze Magie, und das ist Absicht. Je weniger ich erfinde, desto weniger geht kaputt, wenn WordPress das nächste Mal alles umbaut.

Vertical Sidebar Navigation
So sieht das Menü aus nach der Installation

Zwei Dinge waren mir wichtig genug, um Zeit zu verschwenden. Erstens das Handy: Der Burger schiebt den Inhalt nach unten, statt ihn unter einem Overlay zu begraben. Zweitens die Zugänglichkeit. Statt ein eigenes, halbgares Menü-JavaScript zu basteln, setze ich auf den Navigations-Block von WordPress auf, der Tastaturbedienung und ARIA schon mitbringt. Ehrlich gesagt traue ich dem Core mehr zu als mir selbst.

Den Rest erledigen CSS-Variablen. Auf meiner Seite soll es so aussehen, im künftigen Handbuch ganz anders, und beides bitte ohne den Plugin-Code anzufassen. Daran habe ich verdächtig lange gesessen, für etwas, das am Ende simpel aussehen soll.

Jetzt fehlt das Wichtigste: testen. Und eine ehrliche zweite Meinung. Hättest du das anders gelöst? Übersehe ich etwas Offensichtliches? Gut möglich. Sag es mir.

Wer es selbst ausprobieren möchte: Die vollständige Anleitung erklärt Installation, Anwendung und Anpassung Schritt für Schritt.

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